Außer der Reihe – Chemotherapie

Viele Menschen haben vielleicht auch schon indirekt Erfahrungen mit einer Krebserkrankung gemacht. Niemand sehnt sich danach, mit einer oder gar zwei Krebserkrankungen konfrontiert zu werden. Jedoch wissen wahrscheinlich die wenigsten, dass es unterschiedliche Behandlungswege gibt. Als ich meine Krebsdiagnose am 20. Dezember 2001 erhielt, hatte ich nur den Leidensweg meiner Mutter vor Augen. Sie erhielt innerhalb von vier Jahren drei Krebsdiagnosen. Für meinen Behandlungsweg sprachen sich beispielsweise die Ärzte der Strahlentherapie und meine Onkologin ab. Gefunden wurde eine Chemotherapie, bei der hauptsächlich auf die Kombination Epirubicin und Palitaxel gesetzt wurde.

Es stimmt: eine Chemotherapie hilft je nach Tumorart sehr gut, was ich wenig später nach der Gabe der zweiten Chemotherapie gemerkt habe. Die Infusion dauerte sechs Stunden. In meinem Fall wurde die Chemotherapie vorher mit der Gabe von Cortison verbunden. Allerdings hat diese Form der Therapie auch Nachteile. Schließlich fallen bei dieser Wirkstoffkombination sämtliche Haare aus. Von meiner Ärztin bekam ich eine Perücke verordnet. Der zweite damit verbundene Nachteil liegt darin, dass sämtliche Farbpigmente an den Haaren zerstört werden. Kommt es zu einem erneuten Wachstum der Haare, kommen diese nur noch grau wieder. Den Haaren wieder einen dunklen Farbton zu verleihen, ist nicht ganz einfach. Es kann also immer wieder einmal passieren, dass sich graue Strähnen bei Patienten wie mir zeigen. Das liegt daran, dass man nicht jeden Tag die Haare tönen kann. Wenn jemand, der also Krebspatient bekannt ist, etwas länger mit leicht grauen Haaren rumläuft, bitte einfach auf den Faktor Geduld setzen.