Das Gerücht mit dem WC-Bereich

Dieses Bild zeigt den Behandlungsweg während meiner ersten Krebserkrankung.

Zu den ersten Chemotherapien erhielt ich Cortison, das die Verträglichkeit der Zytostatika erleichtert hat.

Ich ahnte damals noch nicht, dass man meine Tätigkeit in einem Architekturbüro öffentlich in ein falsches Licht gebracht hat, ohne mich überhaupt darauf anzusprechen. Traurig genug ist, dass es damals bereits spürbare Unruhe gegeben hat und nicht einer von vier Arbeitgebern bis zum Jahr 2004 in der Lage war, mal ein vernünftiges Mitarbeitergespräch zu führen. Seit ich von den zweifelhaften Gedanken hinsichtlich des Arbeitsvertrages im Architekturbüro im Jahr 2017 erfuhr, ist dieser Tatbestand (mal abgesehen von den für mich mindestens bis zu 19 verlorenen Jahren) für mich völlig unverständlich. Bereits die erste Krebserkrankung wäre vermeidbar gewesen. Damit das Verantwortungsgefühl wieder in mir steigt, habe ich 2002 bereits Tiere bei mir aufgenommen. Für diese Tiere ging ich oft auch in ein Kaufhaus im Wedding und habe im Untergeschoss das Futter für sie gekauft. Während dessen habe ich bereits an meiner Selbständigkeit gearbeitet, wobei diese im Jahr 2013 von einer Existenzgründungsberaterin geprüft und für tragfähig befunden wurde.

Oft bin ich auch nach oben in den WC-Bereich gegangen, weil gerade mit Medikamenten viel trinken hilft, damit einige Fremdstoffe wieder aus dem Körper rauskommen. Was mir allerdings nicht klar war, ist die Tatsache, welche Fantasien manche Menschen entwickeln.

Das ich und auch ganz viele andere Menschen erst gar nicht in der Situation wäre bzw. wären, wenn mich einer meiner früheren Arbeitgeber einmal auf den Arbeitsvertrag im Architekturbüro angesprochen hätte, steht für mich inzwischen außer Frage.

Möglicherweise ist es auch die Fantasie eines früheren Arbeitgebers zu verdanken, dass mir ein Arbeitsverhältnis in einem WC-Bereich angedichtet wurde, obwohl ich da nur ab und zu Mal zum Reden hingegangen bin. Hier nochmal zur Erinnerung: Wenn jemand keine Ahnung über die private und berufliche Laufbahn, sollte man doch keine falschen Gerüchte in der Welt verbreiten, wenn man es unterlässt, diese nachzuprüfen.

Vor allem sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter darauf ansprechen, ob diese eventuell indirekte Verwandtschaft haben. Schließlich gibt es Menschen, deren Eltern auch Geschwister haben. So hat mein Vater zwei Brüder und eine Schwester. Dadurch habe ich noch vier Cousinen, die auch im Internet unterwegs sind – allerdings mit anderem Hintergrund, da sie nicht so eine Laufbahn wie ich haben. Arbeitgeber – redet doch mit euren Arbeitnehmern, wenn Profile mit gleichem Nachnamen für Verunsicherung sorgen. Mitunter kann es sich um indirekte Verwandtschaft in Form von Cousinen handeln. Klärt dies anstatt zuzulassen, dass durch die auch durch das Internet geschürte Verunsicherung Unruhe in so vielen Ebenen bringt, nur weil man nicht die Berufslaufbahn eines Mitarbeiters kennt. 

Wenn sich Arbeitgeber oder auch Chefs nicht mit der Berufslaufbahn von einem Mitarbeiter auskennen, kann es ebenfalls helfen, mal das direkte Gespräch zu suchen. Die Technik des Mitarbeitergespräches gab es auch schon im vergangenen Jahrtausend.