Der Limes

Eines der ältesten und beeindruckensten Bauwerke überhaupt stellt der Obergermanisch-Rätische Limes dar. Bekannt ist dieser als das größte archäologische Bodendenkmal in Europa und als römisches Grenzwerk. Den Provinzen Rätien und Obergermanien aus dem römischen Raum gab es Gelegenheit, sich gegen das freie Germanien abzugreKnzen. Es gibt bis heute keine bedeutendere Grenzanlage des römischen Reiches, die auf dem deutschem Boden zu finden ist.

Zu römischen Zeiten begann bei Rheinbrohl der obergermanische Limes. Gelegen ist Rheinbrohl dort gegenüber, wo der Vinxtbach seine Mündung hat. Angeschlossen hat sich bei Lorch der rätische Limes, der bei Kelheim endete. Natürlich gab es zur damaligen Zeit auch eine Sicherung, die unter anderem aus 60 Kastellen bestand. Komplettiert wurde die Sicherung durch etwa 100 Feldwachen und 900 Wachtürme.

Kelheim

Tieferer Einblick in die Geschichte

Schaut man auf den lateinischen Begriff Limes mit seiner Bedeutung, lässt sich dieser mit „Grenzweg“ übersetzen. Damit wurden die Befestigungsanlagen bezeichnet, deren Errichtung durch die Römer entlang ihrer Reichsgrenzen erfolgte. Zur damaligen Zeit gab es drei derartige Anlagen, die sehr beeindruckend aufgebaut waren. Sie sollten demonstrieren, wie stark das römische Reich war und barbarische Feinde abhalten. Es waren dies die Anlagen Hadrianswall und der Antoniuswall. Und dann gibt es noch den Obergermanisch-Rätischen Limes. Ursprünglich besaß dieser eine Länge von 550 Kilometern. Noch heute stellt der Limes das größte Bodendenkmal innerhalb Europas dar.

Verein der deutschen Limesstraße

Es war möglich, beim obergermanisch-rätischen Limes zahlreiche Anlagen zu erhalten. Teilweise war sogar die Rekonstruktion von Anlagen möglich. Sie stammten in der Regel aus dem zweiten Jahrhundert. Es handelt sich dabei vor allem um Kastelle mit verschiedenen Formen. Doch auch Wälle, Türme, Palisaden und Mauern sind oft noch zu sehen. Durch die Reichslimeskommission wurde der Limes in den Jahren von 1892 bis 1938 erforscht. Übernommen wurde diese Aufgabe später von den Bundesländern und dort von den Landesdenkmalämtern. Während dieser Zeit erfolgte die Gliederung des Limes in Streckenabschnitte. Bezogen auf die Wachtürme fand eine Durchnummerierung statt. Erschlossen wird das Bodendenkmal heute durch die Deutsche-Limes-Straße, deren Verlauf dem Limes folgt. Viele Informationen rund um den Limes erhalten Gäste und Bewohner der Region beim „Verein Deutsche Limes-Straße“. Unter anderem ist dort mehr über die archäologischen Parks im Gebiet des Limes zu erfahren.
Aufgrund dieser Einzigartigkeit wurde das gesamte Denkmal im Jahr 2005 in die Liste des Welterbes mit aufgenommen.

Copyright © Marina Teuscher 2011 – 2020