Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura

Auf der Sitzung vom Welterbe-Komitee im polnischen Krakau im Jahr 2017 hat die Unesco die Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen. Im Jahr 2015 kam es aufgrund des Vorschlages von Baden-Württemberg zur Aufnahme in die Vorschlagsliste.

Gedanken zur Welterbestätte

Die Welterbestätte in der Schwäbischen Alb umfasst sechs Höhlen. Einst erfolgte in ihnen der Fund der ältesten Artefakte vom menschlichen Kunstschaffen. Es handelt sich in der Regel um Figuren und Musikinstrumente, die aus Mammutelfenbein geschnitzt wurden. Als Zeitfenster gilt das Aurignacien mit den Jahren 40.000 v. Chr. bis 31.000 v. Chr. Bei dieser Epoche ist zugleich die Rede von der ältesten Epoche, die die jüngere Altsteinzeit kennzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt verschwand der Neandertaler aus dem Leben, während sich der anatomisch moderne Mensch mehr und mehr verbreitete. Bisher handelt es sich bei diesen Kunstwerken um das beeindruckendste frühe Ensemble seiner Art. Erstmals tauchten in diesem Zeitfenster figürliche künstlerische Darstellungen auf, die als Jungpaläolithische Kleinkunst und Höhlenmalerei einzuordnen sind. Auf diesem Weg begann die Zeit der bildenden Kunst. Bezogen auf die Kunst dieser Zeit und weiterer Epochen aus späteren Zeiträumen ist die Rede von der Eiszeitkunst.

Die Höhlen im Überblick

Durch die UNESCO kam es zur Aufnahme der folgenden Höhlen:

Bocksteinhöhle – Lonetal

Geißenklösterle – Achtal

Hohler Fels – Achtal

Hohlenstein-Stadel – Lonetal

Sirgensteinhöhle – Achtal

Vogelherdhöhle – Lonetal

Die Darstellung aus museumspädagogischer Sicht

Es kommt hinsichtlich der Höhlen und derer paläolithischen Artefakte zu einer schwerpunktmäßigen Darstellung und Würdigung. Dies geschieht auf szenografischem und zugleich museumspädagogischen Weg. Als maßgebende Orte sind das Stuttgarter Landesmuseum Württemberg sowie das Museum in Ulm bekannt. Des Weiteren kann die Aufmerksamkeit bezüglich dieser Welterbestätte auf das urgeschichtliche Museum Blaubeuren gerichtet werden. Ferner gehören dazu der Archäopark Vogelherd sowie das Museum der Tübinger Universität MUT.

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