Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey

Im Jahr 2014 kam es zur Aufnahme vom Karolingischen Westwerk sowie der Civitas Corvey in die Liste des Welterbes der Kultur. Zu finden ist das Westwerk in der westfälischen Stadt Höxter. Es handelt sich um das einzige Modell, welches aus der Zeit der Karolinger erhalten ist. Dabei kommt es zu einer besonderen Verbindung aus antiken Vorbildern und karolingischer Architektur. Im Frankenreich stellte die Reichsabtei Corvey ein religiöses und geistiges Zentrum dar.

Der Blick in die Geschichte

Zur Gründung des Benediktinerklosters Corvey kam es im Jahr 822. Die Gründung ging der von der karolingischen Herrscherfamilie aus. Zum Kloster gehörten eine Bibliothek und die Schule. Unter den Vermittlern von der christlichen Kultur nahm das Kloster eine der wichtigsten Positionen ein. Erst im Jahr 873 begann der Bau vom Westwerk, der im Jahr 885 abgeschlossen wurde. Durch diesen Bau ging eine Prägung hinsichtlich der abendländischen Kultur aus. Westlich der Basilika befindet sich ein vorgesetzter Kirchenraum. Die Bau weist eine Gestaltung mit einem im Zentrum befindlichen mittleren Turm, zwei Fassadentürmen sowie aus rotem Bruchsteinmauerwerk vor. Gekennzeichnet sind die Räume von farbigen Wandmalereien, die Muster, Zeichnungen und Ornamentbänder vorweisen. Vorhandene mythologische Figuren haben einen Bezug zur Antike. Kirchenväter führten eine Integration dieser Figuren in das christliche Weltbild durch.

Rund um die Blütezeit und heute

Dieser Zeitraum reicht vom 9. bis zum 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit handelte es sich beim Klosterbezirk Corvey in der Stadt um eine halbautonome Verwaltungseinheit. Aus der Gründungszeit gibt es eine Inschriftentafel, die einen Verweis auf die Civitas Corvey besitzt. Im Jahr 1265 kam es zur Zerstörung der Stadt. Ein Wiederaufbau in der heutigen Form mit barocken Einflüssen fand lediglich beim Kloster statt. Dagegen geht es dem Westwerk trotz einer Reihe von Umbaumaßnahmen heute besser.

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