Krankenhaus Moabit

Es ist ein Stück weit traurig, dass manchem die Worte „Versetzung innerhalb des Hauses“ offenbar schon im Jahr 1983 kein Begriff waren. Das unten eingefügte Schreiben zeigt, dass ich auch nach 1982 noch im öffentlichen Dienst tätig war. Der damalige Referatsleiter beim Senator für Wittschaft beantragte diese Leistungszulage im Jahr 1983 für mich. Traurig ist dies vor allem auch deshalb, weil dies zu einer Zeit geschah, als Kommunikationsmöglichkeiten noch nicht so weit wie heute entwickelt waren. Plötzlich kann man sicher sein, dass ganz lange schon beobachtet wurde. Allerdings geht es noch eine Spur trauriger. Auf dem zweiten Foto sind meine Mutter und meine Oma zu sehen.

Natürlich habe ich, wie viele andere Töchter auch, meine Mutter von der Arbeit abgeholt. Das ist meines Erachtens völlig normal. Das Problem dabei ist, dass meine Mutter im Aktenarchiv vom Krankenhaus Moabit gearbeitet hat und ich dabei vermutlich auch beobachtet wurde und ich natürlich nicht gefragt wurde, was ich im Krankenhaus mache.

Doch mit dieser Kränkung meiner Familie ist immer noch nicht Schluss. Schließlich teilt meine Oma das traurige Schicksal einiger Mütter. Sie überlebt ihre Tochter und meine Mutter um zehn Jahre. Während dieser Zeit haben damaliger Mann, meine Schwiegereltern und ich versucht, ihr einen starken Halt zu bieten. Auch da nahte die Zeit des Abschiedes. Wie bei Besuchen in Hamburg bei Verwandtschaft, wurde wohl auch das kritisch beäugt. Leider wurde ich natürlich wieder nicht zeitnah befragt, sondern vermutlich eine nicht bewiesene Theorie in den Mittelpunkt gestellt.

Auch ich gehe derzeit das zweite Mal durch eine Krebsbehandlung, was vermeidbar gewesen wäre. Ich hätte auf die Erfahrung mit der Gabe von Cortison  uur Verträglichkeit der Chemotherapien und Medikamenten mit Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme verzichten können. Nicht jedem wird es möglich sein, ein passendes Konzept zu finden, um sich wieder seinem alten Gewicht zu nähern, weil auch nicht jedes alles kann.

Wer ein ähnliches Schicksal hat, bei dem die Mutter (Oma) länger als die Tochter (Mutter) da ist, sollte möglicherweise achtsamer agieren, weil man nie weiß, wer einen beobachtet und Situationen nicht frühzeitig klären will.