Ein aktueller Blick auf die Völklinger Hütte

Es sieht alles so aus wir am Tag der letzten Schicht

Schon seit mehreren Jahrhunderten hat der 4. Juli eine ganz besondere Bedeutung. Schließlich wurde am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeit Amerikas unterzeichnet. Auch für das kleinste Bundesland von Deutschland, dem Saarland, hat dieser Tag eine hohe Bedeutung.  Im Jahr 1986 wurde am 4. Juli zum letzten Mal eine Schicht auf der Völklinger HÜtte gefahren. Von den einstmals hier tätigen 17.000 Arbeitern waren nicht mehr viele anwesend, als die letzte Schicht beendet wurde. Noch immer präsentiert sich die Welterbestätte mit dem Bild der damaligen Zeit. Zu sehen sind beispielsweise so freigelegte Rinnen oder auch leere Auffangbecken. Sogar der Abstichbohrer sieht so aus, als er für die Arbeit bereit ist. Es fehlt nur noch das flüssige Eisen.

Und doch gibt es da etwas, dass das Bild in eine ganz andere Richtung lenkt. Dabei handelt es sich um Spalten und Risse, aus denen grüne Pflanzentriebe sprießen. Gemäuer und Putz erhalten auf diese Weise ein aufgelockertes Bild. Außerdem hat der Rost an vielen Stellen des Stahls und des Eisens seine Spuren hinterlassen. Auch wenn im Jahr 1986 das letzte Feuer der Hochöfen, die mehr als 100 Jahre alt sind, verloschen sind, so scheint die Hitze noch immer lebendig zu sein.

Ein weiterer Einblick in die Geschichte der Völklinger Hütte

Es ist eine spannende Begegnung, wenn Kultur und Industrie aufeinander treffen. Immer wieder geschieht das auch im Saarland. Förderschirme, Hochöfen und Schlote sind ein wichtiger Teil der saarländischen Geschichte. Natürlich soll dieser Teil der Industriekultur bewahrt werden. Gleichzeitig soll die Zeit aber auch in die Zukunft gesteuert werden. All diese Gedanken treffen auf die Völklinger Hütte zu, bei der es sich um eine der Welterbestätten der UNESCO handelt. Dort erwartet die Besucher eine Reihe von Museen, in denen Anfassen und Erleben zwei ganz besonders wichtige Elemente sind. Kombiniert werden diese mit der Kultur und der Kunst. Schon erwartet die Gäste der Welterbestätte an 365 Tagen eine abwechslungsreiche Zeit.

Die Entwicklung der Völklinger Hütte in der Zeit danach

Das die Hütte heute wieder sehr beliebt ist, liegt an ihrem Status. Im Jahr 1994 wurde die Hütte durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Schließlich handelt es sich um ein beeindruckendes Denkmal, das an die Blütezeit der Industrialisierung erinnert. Damit hat die Stätte ganz besonders hohe Ehren erhalten, die auch schon der chinesischen Mauer, den Pyramiden von Gizeh oder dem Dom in Köln zu Teil wurden. Genau das hat der Stätte einen noch attraktiveren Ruf geschenkt. Das liegt an den Touristen, die sich dem Reiz dieser Welterbestätte nicht entziehen können. Schließlich gehen sie an Schloten und Rohren vorbei und können sich beispielsweise die Gebläsehalle anschauen. Dort finden sie noch heute die Maschinenkolosse der früheren Zeit und können einmal die Stärke dieser Maschinen erfahren. Mittlerweile kommen mehr als 200.000 Menschen jährlich zu Besuch um die Faszination dieser Zeit einmal ganz nah zu spüren. Dieses besondere Schauspiel wollen sich Menschen aus ganz Deutschland ebenso wenig entgehen lassen. Immer öfter finden dabei auch Menschen aus China und Japan den Weg nach Völklingen.

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