Wittenberge und der historische Lokschuppen

Etwa 15 Jahre hat sich auf dem geschichtsträchtigen Gelände vom früheren Bahnbetriebswerk Wittenberge nichts getan. Doch es gibt das Engagement der Stadt Wittenberge. Außerdem gibt es Fördermittel vom Bund, vom Land Brandenburg und von der EU. In Kombination mit dem Engagement hat dies zu einer aufwendigen Sanierung des Geländes geführt. Inzwischen ist das Gelände wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Damit wird Interessierten ein Einblick in die jüngere Geschichte gewährt.

Hautnah ist das Erleben der eigenen Industriegeschichte möglich, der eine hohe Bedeutung zu kommt. Was wären Deutschland und Europa, hätte es die Industrialisierung mit dem Eisenbahnbau, der Elektrifizierung und dem Kohleabbau nicht gegeben. Blickt man aus heutiger Sicht auf die Zeit, so scheint diese romantisch zu sein. Dem war allerdings nicht immer so. Hinter der Entwicklung steckt viel harte körperliche Arbeit unter Beteiligung großer Stahlkolosse.

Zur Wiedereröffnung kam es im Jahr 2012 dort, wo sich einst das ehemalige Bahnbetriebswerk befindet. Nunmehr handelt es sich in Brandenburg um das größte Museum des Bundeslandes.

Der Einblick in die Geschichte

Mehr als 160 Jahre an Geschichte kann das frühere Bahnbetriebswerk vorweisen. Bei der deutschen Bahn stellte das Betriebswerk eines der größten Werke seiner Art dar. Schließlich wurde im Jahr 1846 der erste Lokschuppen errichtet. Als nächster größerer Aufbau folgte im Jahr 1873 der Aufbau der „Rotunde“. Dabei befindet sich in der Mitte eine liegende Drehscheibe. Erbaut wurde der Ringschuppen im Jahr 1889. Heute befindet sich dort das brandenburgische Eisenbahnmuseum.

Die Jahre vergingen und es kam zur Entwicklung von einem Bahnbetriebswerk zu einem Groß-Bahnbetriebswerk, die in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts abgeschlossen war. Damals waren dort in etwa 1000 Eisenbahner tätig. Des Weiteren verkehrten dort maximal 150 Lokomotiven, deren Ausgangspunkt für die Fahrten Wittenberge war. Hauptsächlich fuhren die Loks in Richtung Wismar, Rostock, Magdeburg, Hamburg und Berlin. Die letzte Dampflok ging im Frühjahr 1987 aus dem Betrieb.

Die heutige Zeit

Regelmäßig finden Dampftage statt. Es sind die Momente, in denen für viele Menschen Träume wahr werden können. Schließlich besteht die Möglichkeit zu einer Fahrt im Führerstand. Es kann die Beobachtung von Heizern und Lokführern bei der Arbeit erfolgen. Ferner besteht die Gelegenheit, eine Fahrzeugsammlung zu besichtigen. Dazu gehören von der Deutschen Reichsbahn ein Lazarettzug, Draisinen, einige historische Dieselokomotiven und sieben Dampflokomotiven. Des Weiteren befindet sich dort ein Autotransportwagen, der zum ersten DDR-Regierungszug gehörte.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zu einem virtuellen Rundgang bietet der Internet-Auftritt dampflok-salzwedel.de

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